Christians Story of Blues

Es war ein ganz normaler Sommertag und Christian Meidinger, gerade mal 12 Jahre alt, ging abends schlafen. Wie immer schaltete er zum Einschlafen das Radio an. Doch was war das? Keine Pop-Music, keine Schlager usw., es war ein „Lightnin` Hopkins" - Special, das aus dem Radio kam. Er war so begeistert von den Blue Notes, von den traurigen aber auch witzigen Texten (die wurden natürlich übersetzt), von jammernden Gitarrenklängen und groovenden Rhytmen, daß er noch in dieser Nacht beschloß, sich dieser Musik intensiver zu widmen. So war natürlich sein größter Wunsch, ein eigene Gitarre zu bekommen. Dieser ging an den darauffolgenden Weihnachten in Erfüllung und er bekam zusammen mit seinem Bruder eine Westerngitarre. Um überhaupt ein paar Töne zu fabrizieren, besuchte er regelmäßig die damals allseits bekannte Dorfband „The Rocky Chaps", bei der sein Bruder Hans am „Schlagzeug" (bestehend aus Arieltrommeln und Auto-Radkappen) spielte. Dort sah er den Gitarristen genauestens auf die Finger um sich wenigstens ein paar Griffe abzuschauen. So dauerte es auch nicht lange, bis er den ersten Blues spielen konnte, „den E-Dur Blues". Und wie das Schicksal so spielt, mußte er diesen auch bald öffentlich vortragen, nämlich in Form einer mündlichen Benotung im Musikunterricht, um nicht eine Fünf im Zeugnis zu haben.

In den darauffolgenden Jahren wechselte die Motivation Gitarre zu spielen sehr stark, schließlich wurde er älter und plötzlich waren auch andere Dinge wichtig, wie z.B. Mädchen, was ihn natürlich des öfteren wieder auf den Boden der „Blues-Tatsachen" holte. Mittlerweile war er der ortsansässigen Band „The Feelings" als Tontechniker beigetreten und hatte so auch in seiner Freizeit immer mit Musik zu tun, wie überhaupt die Musik immer eine sehr große Rolle in seinem Leben spielte.

Wie dem auch sei, eines Tages schenkte ihm ein Kollege aus der Band seine alte, ausgediente E-Gitarre. Das war der Ausschlag dafür, daß er sich ab sofort voll ins Zeug legte. Er übte, besuchte befreundete Gitarristen, um sich was zeigen zu lassen, spielte zu Platten usw. Der Fleiß lohnte sich und er konnte sich inzwischen zumindest bei Freunden ohne weiteres sehen und hören lassen. Es kam sogar soweit, daß bei Faschingsbällen die „Feelings" einen „Midnight Blues" spielten, bei dem Christian an der Gitarre stand. Wieder war es sein Kollege bei den Feelings, der den nächsten, wichtigen Abschnitt in Christian`s musikalischer Laufbahn einläutete. Er schlug ihm vor eine eigene Band zu gründen, eine Blues Band.

Fasziniert von dem Gedanken, leitete Christian sofort alle Maßnahmen ein. Proberaum und Musiker mußten her, was sich allerdings nicht gerade als einfach herausstellte. Anträge, einen Raum in der fast leerstehenden Grundschule nutzen zu dürfen wurden von der Gemeinde abgelehnt. Als Rettung erwies sich der Nachbar, der eine unterkellerte Garage hatte und bereit war, einen Raum zu vermieten. Das erste Problem war somit gelöst und nun ging es auf die Suche nach Gleichgesinnten. Doch die ersten, viel versprechenden Besetzungen schlugen spätestens mit einer erforderlichen Investition in eine Gesangsanlage fehl. So verging einige Zeit des Wartens und Suchens, bis zum Januar `92, dann traf er Stefan Baumgartner. Ein junger Gitarrist, der zu allem entschlossen war. Von nun an wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Es entstand die Band „Exit Blues", zwar noch ohne weitere Mitglieder aber mit Proberaum, Anlage und dem absoluten Willen dieses Projekt durchzuziehen. Wie man heute sehen kann, hat sich der Einsatz gelohnt. Inzwischen hat sich Exit Blues nach fast 15 Jahren leider aufgelöst. Christian spielt jetzt nur noch bei "Blues Control", die er ebenfalls selbst gegründet hat und ist auch hier sehr erfolgreich unterwegs. Ja, ja so war das mit dem Blues und Christian Meidinger.